Die Muster der papillaren Linien waren für
die Menschen schon lange interessant, was dazu führte, daß sie
ziemlich gut erforscht und beschrieben wurden. Die Methoden, die von den
Daktyloskopiefachleuten für den Bedarf der Kriminalistik ausarbeitet
wurden, lassen sich aber kaum mit Hilfe mathematischer Formel
beschreiben, was für den Bedarf der computergestützten automatischen
Erkennung notwendig wäre. Ungeachtet dieser ziemlich offensichtlichen
Tatsache, haben die Autoren der heute existierenden Software für die
Fingerabdruckerkennung meistens versucht, die klassischen Methoden
nachzuahmen, eventuell sie nur zu modifizieren. Das hat zu der
Entstehung von sehr komplizierten Programmen geführt, die die
Fingerabdrücke mit raffinierten Methoden analysieren (es wird vor allem
die sog. mathematische Morphologie benutzt). So komplizierte Lösungen
machen die Schaffung von einfachen Programmen, die auf die Unzulänglichkeiten
der Eingangsdaten nicht empfindlich reagieren, praktisch unmöglich (die
Beschreibung der klassischen Methoden kann man z.B. in der [1] finden).
Es scheint so zu sein, daß
die Verwirklichung von wirksamen Algorithmen für die Analyse der
Fingerabdrücke am meisten durch das Fehlen eines guten mathematischen
Models ihrer Struktur erschwert wurde. Um es zu schaffen, ist es
vorteilhaft, diese Erscheinung zu verstehen, vor allem aber muß eine
Funktion gefunden werden, die sie mathematisch beschreibt. Bei der Suche
nach diesem Model sind wir schnell zu der Überzeugung gekommen, daß
wir vor allem herausfinden müssen, welche Funktion die Bild.ung der
Muster der papillaren Linien, vor allem jedoch der Minutien beschreibt.
Es deutete nämlich alles daraufhin, daß dies der Schlüssel zu der
angestrebten Lösung sein wird.
Im Laufe einiger Jahre
haben wir etliche numerischen Versuche durchgeführt und offensichtlich
die richtige Funktion gefunden, was zu der Entstehung eines
funktionierenden Modells des Fingerabdrucks geführt hat. Auf der Basis
dieses Modells entstand ein neuartiges Algorithmus, das die Synthese der
Muster der papillaren Linien mit allen möglichen Minutien erlaubt, Das
digitale Bild. des Fingerabdrucks kann dadurch anders gesehen werden,
als es bisher der Fall war: Es ist nicht mehr eine Pixelsammlung,
sondern eine einfache Funktion, die erstaunliche Eigenschaften besitzt.
Sie ermöglicht eine mathematische Beschreibung der Minutien und Muster
der papillaren Linien, was eine Revolution in den bisherigen Methoden
der Analyse, Verarbeitung und Kompression der Fingerabdrücke bedeuten
kann.
Die nachfolgenden Bild.er zeigen
synthetische Bild.er der am meisten auftretenden Minutien (nach [2]), in
der Tabelle wird unsere numerische Klassifikation dieser Muster gezeigt:
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Bild. 1 |
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Bild. 2 |
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Bild. 3 |
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Bild. 4 |
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Bild. 5 |
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Bild. 6 |
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Bild. 7 |
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Bild. 8 |
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Bild. 9 |
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Bild. 10 |
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Bild. 11 |
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Bild. 12 |
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Bild. 13 |
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Bild. 14 |
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Bild. 15 |
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Bild. 16 |
| Bild.1 |
Anfang oder
Ende der Linie |
L |
Bild.9 |
Öse doppelt |
RLRL |
| Bild.2 |
Verzweigung
einzeln |
L |
Bild.10 |
Brücke
einzeln |
RL |
| Bild.3 |
Verzweigung
doppelt |
LL |
Bild.11 |
Zwillingsbrücke |
RLLR |
| Bild.4 |
Verzweigung
dreifach Typ 1 |
LLL |
Bild.12 |
Strich |
RL |
| Bild.5 |
Verzweigung
dreifach Typ 2 |
LLL |
Bild.13 |
Punkt |
RL |
| Bild.6 |
Verzweigung
dreifach Typ 3 |
LLL |
Bild.14 |
Durchgehende
Linie |
LR |
| Bild.7 |
Hacken |
RL |
Bild.15 |
Kreuzung |
LR |
| Bild.8 |
Öse einzeln |
RL |
Bild.16 |
Seitenabzweigung |
RL |
Wegen der kommerziellen
Bedeutung der Methode können wir heute noch nicht alle ihre
Einzelheiten verraten. Um ihre Potenz jedoch zu zeigen, stellen wir
allen interessierten ein Demoprogramm (Fingerprint
Creator) zur Verfügung. Es läßt sich damit eine breite
Palette von verschiedenen Mustern der papillaren Linien generieren. Sein
Benutzer kann folgende Parameter ändern:
- Mustertyp (konzentrisch, Bogen- oder
Schleifenförmig)
- die Menge der Minutien,
- die Dichte der papillaren Linien,
- die Breite der papillaren Linien,
- Verschiebung und Rotation des
Zentrum des Musters.
In der DOS-Version ist es
möglich, das Muster in einem der drei Formate abzuspeichern, in der Windowsversion
in zwei:
| Datenformat |
Datenmenge (Bytes) |
Dateierweiterung |
| Bitmap (ein Bit per
Pixel) |
8222 |
*.bmp |
| Bytematrix |
65536 |
*.fin |
| Parameterdatei |
6 |
*.par (*.fpp für
Windows) |
Besondere Aufmerksamkeit
soll dem letzten Format geschenkt werden: die Datenmenge, die benötigt
wird, um ein Fingerabdruck zu beschreiben, beträgt hier lediglich 6
Bytes und es lassen sich damit mehrere Millionen Muster erzeugen. Die
Demoversion des Programms kann zwar noch nicht alle möglichen Muster
generieren, wir sind aber sicher, daß es uns bald gelingt, ein Programm
zu machen, das es kann. Es ist auch zu erwarten, daß die dabei benötigte
Datenmenge nicht viel größer sein muß. Wenn man nämlich annimmt, daß
die Menge der möglichen Muster der Fingerabdrücke 100 Billionen
erreichen kann (diese Zahl ist wahrscheinlich sogar zu groß), kann man
leicht errechnen, daß für die Registrierung aller dieser Muster soviel
Positionen benötigt werden, daß für ihre Nummerierung nur 6 Bytes
reichen: 100 Billionen = = 1014 < 2566 = 6
Bytes. Um das zu praktizieren ist natürlich entweder ein ausreichend
großes Musterkatalog oder auch ein Algorithmus notwendig, das aus
wenigen Parametern die Muster generiert.
Der erste Weg ist - wie
leicht zu berechnen - kaum denkbar, daß der zweite aber möglich ist,
hoffen wir mit unserem Demoprogramm bewiesen zu haben. Die folgenden
Bilder zeigen drei beispielhafte Muster, die mit dem Programm
generiert werden können.
Das wichtigste Ziel, das
wir bei der Schaffung der Methode verfolgt haben, war jedoch die
Notwendigkeit, bessere Algorithmen der Analyse der realen Bilder der
Fingerabdrücke zu besitzen. Solche Algorithmen sind auch entstanden.
Sie sind in der Lage, die Minutien in dem nicht gefilteren, mit voller
Dynamik erfaßten Bild des Fingerabdrucks zu finden und Ihre Parameter (ihre
Art) zu bestimmen. Da wir dabei keine Binarisierung, Skelettisierung
oder andere solche Verfahren verwenden, haben wir keine Probleme mit dem
Informationsverlust, der dabei auftritt, und die Minutien, die gefunden
werden gibt es auch in Wirklichkeit (zu fast 100%). Zum Vergleich:
klassische Algorithmen finden oft falsche Minutien, manchmal sogar vor
allem solche. Einen wichtigen Vorteil unseren Methode stellt auch die
Tatsache dar, daß mit ihrer Hilfe sehr schnelle Programme entwickelt
werden können. Sie ermöglicht auch eine schnelle Filterung der Bilder,
was die natürliche Redundanz der in ihnen vorhandenen Information zwar
mindert, aber auch die unerwünschten Störungen beseitigt, die bei fast
allen Erfassungsmethoden sehr häufig auftreten. Das Bild verliert dabei
aber keinesfalls die Informationen, die für die Erkennung der Muster
notwendig sind.
Die Methode erlaubt auch
verschiedene Bildmanipulationen: Es ist möglich die Struktur der
papillaren Linien zu beeinflussen - z.B. zusätzliche Minutien oder
Linien zu plazieren, ohne daß die restliche Struktur dadurch verändert
wird. Man kann auch - umgekehrt - die vorhanden (sogar alle) Minutien
entfernen.
Die nachfolgenden Bilder
zeigen, wie die Algorithmen funktionieren, die die Minutien suchen (das
Bild wurde mit unserer holographischen
Ultraschallkamera erfaßt).
Erwähnenswert ist auch,
daß die von uns geschaffenen Methoden auch mit Bildern der Fingerabdrücke
gut funktionieren, die mit anderen Verfahren erfaßt wurden. Sie
reagieren wenig empfindlich auf die Art der Eingangsdaten. Wir haben es
mit Bildern getestet, die mit folgenden Verfahren erreicht wurden:
- unsere holographische
Ultraschallkamera;
- Ultraschallmikroskopie (Erfassung
mit fokussierten Schall);
- optische Geräte, die entweder die
Totalreflexion oder auch die Streuung des Lichtes auf der Auflagefläche
nutzen;
- direkte optische Bilder (sog. "touchless"
Verfahren)
- gescannte Tuscheabdrücke;
- pyroelektrische Chips der Firma
Thomson-CSF;
- synthetische Bilder Fingerprint
Creator
Da wir unsere Verfahren für
besonders effektiv halten, vor allem jedoch eine besonders gründliche
Vorgehensweise pflegen, sind wir in der Lage, viel mehr als andere zu
bieten. Wir sind auch bereit, unsere Programme für die anderen
Erfassungsgeräte anzupassen. Bei Interesse - bitten wir um Kontakt.